Sonntag, 18. Mai 2008

sollte nicht, aber wollte

Eigentlich sollte ich jetzt lernen.
Ja, eigentlich...

Stattdessen telefoniere ich mit meinem Ex, der heute früh mein Bett verlassen hat.
Wir hätten lieber nicht, ja wir hätten es nicht sollen... und wir wissen es genau.
Das Fleisch ist schwach und blabla blubb, sind wir doch ehrlich und sagen, wir wollten es. Wir brauchten es.

Und wie immer endet so eine Geschichte mit einem "Nie wieder.". Aber meist wiederholt sie sich. Und dann "Nie wieder", und dann wieder...


Meine Freundin sagte, so wie man heute die kleinen Unsinnsaktionen, Fehler und Peinlichkeiten von früher mit einem Lacher betrachtet, so werden wir auch später diese Eskapaden mit einem Schmunzeln abtun.
Und sagen: "Wenigstens habe ich gelebt!"

Samstag, 17. Mai 2008

gerade jetzt

Es ist dunkel draußen. Was auch nicht so verwunderlich ist um 3:43 Uhr nachts.
Eben noch knabberte ich an einem Meerrettich-Apfel-Brot. Den Aufstrich habe ich von meiner Oma geschenkt bekommen. Direkt fünf kleine Becher. Mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Erst vorhin fiel mir auf, dass zwei davon schon über zwei Monate abgelaufen waren. Der Meerrettich-Apfel-Kram erst 17 Tage.

Nach dem Brot ging ich duschen. Vielleicht ärgert sich mein Nachbar gegenüber (dessen Bad an meinem grenzt), warum ich noch mitten in der Nacht unbedingt Körperhygiene betreiben muss. Aber er darf sich nicht beschweren. Erst letztens räumte er um etwa die gleiche Uhrzeit mit ein paar Freunden die Bude leer, während ich im Dunkeln Kopfstand übte, weil ich nicht schlafen konnte. Ich glaube, er zieht aus. Oder er braucht Geld und verkauft seine Möbel.

Vor dem Brotverzehr lief Woodys Stadtneurotiker auf der Mattscheibe. Ich mag ihn. Woody. Ich mag diesen leicht dümmlichen Blick und die große Brille. Doch noch vor Ende des Films machte ich aus (und tapste zum Kühlschrank). Er hat mich doch tatsächlich gelangweilt.
Oder ich wollte nicht zuhören und brauchte nur vor sich hinflimmernde Zuckungen. Oder ich hatte einfach nur Hunger.

Eigentlich schläft jetzt jeder. Oder nein, die jungen Menschen, deren Kontostände nicht ganz so mies aussehen wie meiner, torkeln gerade von einer grandiosen (oder beschissenen) Party nach Hause. Vielleicht haben sie sogar jemanden im Schlepptau. Vielleicht kommen sie heute Nacht noch zum Schuss.

Ich sitze hier. In meiner kurzen, roten Snoopy-Shorts. Draußen spielen die Tropfen eine kleine Melodie auf meiner Fensterscheibe. Wäre jetzt gerne auch einer davon. Nass und klein, würde sanft an dem Glas heruntergleiten. Gegen eine Rutschpartie hätte ich nichts einzuwenden. Meinetwegen auch mit dem nackten Hintern. Und so eine Scheibe hat nicht diese dummen Nähte einer Rutschbahn im Schwimmbad. Danach sieht man mit dem blau-gefleckten Hintern aus, als hätte der Mann bei der Hündchenstellung einige Male das Ziel verfehlt. Oder als hätte er wild drauf losgestochen.

Woody sagte mal: "Das Schwierigste am Leben ist es, Kopf und Herz dazu zu bringen, zusammenzuarbeiten." Und er fügte noch trocken hinzu: "In meinem Fall verkehren sie noch nicht einmal auf freundschaftlicher Basis."

In meinem Fall ist das Herz schon längst begraben. Und der Kopf entleert.
Hier sitzt nur eine Hülle. Die noch genug Kraft besitzt so einen Unsinn zu mixen. Der DJ des Nonsens.

Soll ich vielleicht noch was für die FH tun?

Dienstag, 13. Mai 2008

kein Zurück

Es war schon stockduster. Neben mir schallten die Schritte meines Vaters durch die Nacht.
Ich sagte zu ihm: "Weiter kann ich dich nicht bringen. Denn ich muss den Weg ja wieder zurück und ein wenig Angst habe ich jetzt schon."
Er nickte langsam und erwiderte: "Ja, drehe jetzt um und gehe nach Hause."

Ich blieb stehen, während er von dannen zog und ging dann den Weg zurück. Auf der Hälfte der Strecke begegneten mir meine Schwester in den jüngeren Jahren und meine Mutter, auch um einiges jünger.

Ich sah dieses unschuldige Gesicht, die glühenden Augen, sah, wie meine Kleine früher einmal war und musste weinen. Ich umarmte sie und küsste sie auf die Stirn.
Dann sah ich meine Mutter an. Unter Tränen sagte ich zu ihr, nicht genau wissend, ob das jetzt eine Lüge war oder nicht: "Er findet dich wunderhübsch."
Als würde dieser Satz alles verändern, als würde er alles rückgängig machen, als würde er die Vergangenheit verschönern. Als würden die unschuldigen Augen meiner Schwester für immer unschuldig bleiben...

Doch ich wachte auf und alles war beim Alten.

Freitag, 9. Mai 2008

Mumm

Abiturprüfung.

Die Abiturienten sollen Mut definieren.



Nach fünf Minuten gibt ein Schüler seine Klausur ab.
Der Lehrer, sichtlich verwundert, schaut neugierig ins Heft.

Auf den ersten drei Seiten steht je ein Wort.

"DAS ist Mut."


Dieser Abiturient bekam eine Eins.

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